OVZ Generalversammlung vom 24. Februar 2011

 
Protokoll der 133. Generalversammlung des Ornithologischen Vereins der Stadt Zug,vom 24. Februar 2011 19.00 Uhr, im Restaurant Rütli, Zug
 
Traktanden:
1. Wahl der Stimmenzähler
2. Genehmigung des Protokolls der 132. GV
3. Abnahme des Jahresberichts der Präsidentin
4. Abnahme der Jahresrechnung 2010 und des Revisorenberichts
5. Budget
6. Wahlen
7. Festlegung des Jahresbeitrags
8. Festlegung des Jahresprogramms 2011
9. Ehrungen
10. Beschlussfassung über Anträge
11. Varia
 
Die Präsidentin eröffnet um 19 Uhr die Generalversammlung und begrüsst alle Anwesenden herzlich. Insbesondere heisst sie Herrn Josef Ruckli als Vertreter der Nachbarschaft Landsgemeindeplatz sowie Herrn Fritz Meier, Vertreter der Nachbarschaft Neustadt undTurmwart, herzlich willkommen.
Ein Gruss geht auch an die anwesenden Tierpfleger Walter Benz und Heidi Imhof,
welche nebst ihrer Vorstandsarbeit als Verantwortliche für die Feldornithologie und die Spyren auch als Stellvertreterin der Tierpfleger grosse Arbeit für den Verein leistet. Anwesend ist auch ihre Tochter Selina Imhof, die in Zukunft wegen ihrer weiteren Ausbildung leider nicht mehr als Hilfspflegerin in den Volieren zur Verfügung stehen kann. Die weiteren Tierpflegerinnen – Priska Steiner, Selina Gilli, Sarah Eichler - mussten sich alle wegen Krankheit entschuldigen lassen.
 
Entschuldigt hat sich der Stadtrat in corpore durch Stadtschreiber Cantieni; er lässt eine gute GV wünschen. Ebenfalls entschuldigen mussten sich Herr Dr. Werner Limacher, Kantonstierarzt, Frau Ursula Abicht, Zuger Vogelschutz, Herr Dr. Roland Hengartner, Nachbarschaft Altstadt Obergasse, Frau Dr. Elisabeth Buhofer, Max und Cecile Gehrig, Dölf Bischofberger sowie Frau Bea Ess und Herr Martin Monkewitz.
 
In diesem Jahr mussten wir Abschied nehmen von Dr. Geni Gisler, Vorstandsmitglied, Mitglied des Vögeliclubs und Ehrenmitglied des OVZ seit 1998. Die Präsidentin erinnert an den liebenswürdigen, breit interessierten Menschen, von dessen künstlerischer Begabung die Vogelbilder im Turm ebenso zeugen wie auch das Signet, das wir auf unserem Briefpapier sowie als gesticktes Motiv auf den Pullovern und T-Shirts verwenden Die Präsidentin bittet um eine Schweigeminute für den Verstorbenen.
 
1. Wahl der Stimmenzähler
Die Präsidentin schlägt die Herren Louis Wickart und Dr. Elmar Heim vor und erklärt mangels Gegenvorschlag die beiden Herren als gewählt.
 
2. Genehmigung des Protokolls der 132. GV
Das Protokoll war auf der Homepage des Vereins aufgeschaltet. Ein Vorlesen wird nicht verlangt und das Protokoll, das infolge der letztjährigen Abwesenheit der Aktuarin von der Präsidentin verfasst worden war, genehmigt.
 
3. Abnahme des Jahresberichts
Als erstes orientiert die Präsidentin über die neue Leistungsvereinbarung mit der Stadt Zug für das Jahr 2011 – 2014. Die bisherige Vereinbarung wurde aktualisiert und am 2.6.2010 vom Stadtpräsidenten sowie dem Stadtschreiber einerseits und von der Präsidentin und dem Vizepräsidenten unsererseits unterzeichnet. Die Vereinbarung ist die Grundlage des finanziellen Beitrags der Stadt Zug. Die Präsidentin dankt an dieser Stelle a.Stadtrat Hans Christen für die Unterstützung bei der Ausarbeitung des Vertrags.
 
Weiter orientiert sie über die Fasanerie und die Voliere. Hier leben zurzeit 188 Vögel in 54 Arten. Das sind in etwa gleich viele Arten wie andere Jahre. Es sind etwas mehr Vögel als in anderen Jahren. Der Bestand ändert sich laufend, was u.a. mit der Ausbildung einer Gruppenhaltung zusammenhängt. 2010 konnte ein altes Anliegen des Vorstandes und der Präsidentin umgesetzt werden, nämlich bei denjenigen Vögeln zu züchten, bei denen die Jungvögel gut verkauft werden können. Als besondere Freude ist dies, nebst vielen andern Nachzuchten, bei den Blauflügelkookabura gelungen ebenso wie bei den Schneeeulen, die zu den Lieblingen des Publikums gehören.
 
Bei den Waldrappen wird mit etwas Verzögerung ein neues Gehege mit einer grösseren Brutwand installiert.
 
Die roten Ibisse haben dreimal gebrütet. Leider leben die drei Weibchen aber ohne Männchen, weshalb die Brut keinen Erfolg zeigen konnte. Es gelang bisher trotz aller Bemühungen nicht, ein Männchen zu kaufen oder Bruteier zu besorgen.
 
Es werden oft Tiere an die Voliere geschenkt, da es wieder immer vorkommt, dass die bisherigen Besitzer z.B. infolge Wegzug ins Altersheim oder eines sonstigen Wohnungsumzugs etc. ihre Tiere nicht mehr selber halten können. Besonders Papageien werden oft nach sehr langer Haltedauer beim Besitzer in der Voliere abgegeben.
 
Die Präsidentin dankt an dieser Stelle den Tierpflegern Walter Benz, Priska Steiner und deren Stellvertreterinnen, zu denen auch unser Vorstandsmitglied Heidi Imhof gehört, für die gute Pflege der Vögel und die gute Kommunikation untereinander.
 
Sie orientiert, dass dank Unterstützung durch die Stadt und durch den zuständigen und umsichtigen Herrn Thomas Homberger, Ehrenmitglied des OVZ, die nötigen Unterhalts-und Renovationsarbeiten durchgeführt werden konnten. Da die Gebäude und das Gehege der Stadt gehören, sind wir dankbar, dass diese die nötigen Arbeiten der nun schon etwas in die Jahre gekommenen Voliere durchführen lässt.
 
Im Hirschgehege wurden im Jahr 2010 drei Sikastiere geboren. Stier Köbeli hat Jahrgang 2006, die Kühe sind Jahrgang 2006 und jünger. Im Moment leben im Gehege 8 Hirsche und 7 Laufenten. Auch hier konnten die nötigen Unterhaltsarbeiten dank Unterstützung der Stadt durchgeführt werden.
Der Dank geht an Theo Iten und Priska Steiner, welche die Hirsche engagiert und kompetent betreuen, sowie an den Obmann des Geheges und der Volieren, Vorstandsmitglied Leo Speck.
 
Bei der Spyrenkolonie war 2010 das 3. Jahr der Beringungen und langsam wird es interessant, die Standorttreue der Vögel zu beobachten. Es zeigt sich, dass die Tiere gerne denselben Kasten bewohnen wie voriges Jahr.
Da wir von der Vogelwarte Sempach immer wieder Adoptivjunge zur Aufzucht erhalten, ist besonders deren Beobachtung spannend. Für die Vogelwarte Sempach sind wir das Projekt 289.
Interessant war die Kontrolle zweier Mauersegler, welche 2008 als Jungvögel beringt wurden und im Jahr 2010 nun in der Kolonie brüteten. Einer davon (S145931) wurde 2008 im Nistkasten 11 als Adoptivkind unterlegt und brütete nun im selben Nistkasten.
2010 hatten wir in 33 Nistkästen 26 Brutpaare mit 50 Jungvögeln.
 
Kiebitze. Mit Paul Moos von der Korporation Zug, Stephan Brenneisen, Leiter Fachhochschule der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW Wädenswil sowie dem Zuger Vogelschutz konnte ein erneuter Anlauf zur Erhaltung von Brutplätzen im Chollergebiet unternommen werden. Für die genaue Kontrolle und Dokumentation im Sommer 2011 suchen wir interessierte Beobachterinnen und Beobachter, die gerne an vereinbarten Tagen standardisierte Beobachtungen machen. Kiebitze brauchen ein offenes, nicht zu dicht bewachsenes Gelände für ihre Brutgeschäfte. Ebenso sind hohe Bäume in der Nähe nicht günstig, da besonders die dort sitzenden Krähen und Greifvögel Gefahr bedeuten. Bruterfolge können auch auf Flachdächern, die etwas bepflanzt sind und dadurch den Kiebitzen Nahrung bieten, erzielt werden.
 
Die Homepage wurde von Benedikt Steinle im Laufe des Jahres ausgebaut und immer auf dem neuesten Stand gehalten. Offenbar wird sie je länger je mehr von Besuchern genutzt. Sie soll weiterhin zunehmend für Information und Bekanntmachung wichtiger Daten ausgebaut werden. Marc Schilter macht von Zeit zu Zeit neue Fotos unserer Vögel, die in die Homepage eingearbeitet werden. Der Dank geht an Benedikt Steinle für seine diesbezügliche Arbeit.
 
Die Präsidentin dankt zum Schluss dem ganzen Vorstand, insbesondere dem Ehrenpräsiden, der überall einspringt, wo es nötig ist, dem Viezpräsidenten für sein besonnenes Wirken, und dem Obmann Vögeliclub für die gute Organisation für den Club, was einen Aufwand bedeutet, der nicht zu unterschätzen ist. Besonders dankt sie dem Kassier für die gute Kassaführung, speziell auch für die umsichtige Lohnadministration. Sie weist auch darauf hin, dass es immer schwieriger wird, Personen für Vorstandsarbeit zu finden, was auch ihr Sorge bereite.
 
Der Jahresbericht wird von der Versammlung mit Applaus verdankt und genehmigt.
Der vollständige Bericht ist im Anhang dem Protokoll beigefügt.
 
Die Präsidentin übergibt nun das Wort an Walter Benz, der kurz über seine Teilnahme am VII. Internationalen Papageienkongress im Loro Parque auf Teneriffa vom 22.-29.September 2010 berichtet. Insgesamt reisten 31 Schweizer an diesen Kongress. Somit zählt die Schweiz zu den Ländern mit einer Zunahme der Teilnehmerzahl. Alle 18 Vorträge wurden in einem gedruckten Kongressband aufgeführt, den Walter Benz auflegt. Er beschränkt sich in seinem Kurzreferat auf 4 Vorträge:
Dr. Franz Robiller: Ein Rückblick auf Dr. Dr.h.c. Romuald Burkard (1925-2004) und seine Papageien-Zuchtanlage "Voliere". Den Schweizern ist Dr. Burkard wohlbekannt.
Der Kurator Dr. Matthias Reinschmidt ging auf die Zucht seltener Papageienarten in der Loro Parque Fundacion ein. Er zeigte in seinem Referat auf, wie es gelang, seltene und bedrohte Zuchtstämme aufzubauen und zu erhalten.
"Ernährung von Papageien zwischen Tradition, Empirie und Wissenschaft" war das Vortragsthema von Dr. Petra Wolf, welche am Schluss zur besten Referentin gekürt wurde.
Dr. Yara Melo Baaros aus Brasilien referierte zum Thema "Rettungsprogramm des Spix-Aras" und erhielt am Schluss der Tagung den Preis als zweitbeste Referentin.
Der genaue Wortlaut von Walter Benz' Kurzvortrag liegt im Anhang dem Protokoll bei.
Die Versammlung bedankt sich bei Walter mit Applaus für seine Ausführungen.
 
4. Abnahme der Jahresrechnung 2010 und des Revisorenberichts.
Kassier Hansruedi Duschletta orientiert über die Buchhaltungsposten. Einem Aufwand von Fr. 151'426.30 steht ein Ertrag von Fr. 148'421.25 gegenüber, was einenVerlust von Fr. 3005.05 bedeutet. Der Verein verfügt über ein Eigenkapital von Fr. 106'309.76
Es werden keine Fragen zur Rechnung gestellt.
 
Der anwesende Rechnungsrevisor Marcel Grepper hat zusammen mit Werner Limacher die Rechnung geprüft und kann festhalten, dass die Rechnung ordnungsgemäss und sehr gut geführt ist. Alle Belege sind vorhanden. Er empfiehlt der Versammlung Genehmigung der Rechnung, was einstimmig geschieht.
 
5. Budget
Bisher wurde nie ein Budget vorgelegt, die Praxis der Budgetvorlage soll aber eingeführt werden. Darin sollen neue Rubriken geführt werden: Spyren Fr. 2000.—und Feldornithologie (Kiebitze) Fr. 2500.--. Bisher waren diese Kosten im Posten "Verschiedenes" enthalten. Die Kosten für Tiereinkauf wurden auf Fr. 6000.—festgelegt. Bei den Einnahmen sind für den Tierverkauf Fr. 4000.--—budgetiert. Im neuen Vereinsjahr soll der Nistkastenverkauf gefördert werden, um damit wieder Einnahmen zu generieren. Das Budget sieht einen Verlust von Fr. 8000.—vor. Da der Verein über genügend Eigenmittel verfügt, kann der budgetierte Verlust verantwortet werden.
Das Budget wird von der Versammlung einstimmig genehmigt.
 
6. Wahlen
Die Aktuarin Elisabeth Raschle, die vor zwei Jahren nach der Demission von Monika Duschletta kurzfristig eingesprungen ist, wünscht, diese Tätigkeit wieder abzugeben. Die Präsidentin bedankt sich für ihre Einarbeitung in die Materie und ihre blitzartig und vollständig geschriebenen Protokolle und überreicht ihr ein Präsent, welches die Aktuarin herzlich verdankt.
In der Person von Cornelia Furrer konnte eine gute Nachfolgerin gefunden werden. Sie hat langjährige Vorstandserfahrung in einem andern Verein und grosses Interesse an Tieren. Im Laufe des letzten halben Jahres konnte sie den OVZ und den Vorstand durch ihre Teilnahme an den Sitzungen schon kennenlernen.
In diesem Zusammenhang erwähnt die Präsidentin nochmals die Schwierigkeiten, Vorstandschargen abzudecken und hofft, dass sich weiterhin Personen finden lassen, die ehrenamtliche Aufgaben übernehmen werden.
 
Der übrige Vorstand wird – zusammen mit der neuen Aktuarin – in globo wiedergewählt.
 
7. Festlegung des Jahresbeitrages
Der Vorstand beantragt, den Beitrag wie bisher bei Fr. 20.—für Einzelpersonen und Fr. 30.—für Familien zu belassen, was von der Versammlung einstimmig genehmigt wird.
 
8. Festlegung des Jahresprogramms 2011
Samstag 9. April: Wanderung mit Heidi Imhof zu den Nistkästen auf dem Zugerberg. Treffpunkt 16.30 Uhr Bergstation Zugerbergbahn
 
Samstag 14. Mai: Voliereführung mit Priska Steiner und Walter Benz.
Treffpunkt 10.30 Uhr bei den Schneeeulen
 
Freitag 1.Juli: Spyrenführung für Gönner, Mitglieder und Freunde.
Treffpunkt 18 Uhr im Turm, anschliessend Apero
 
Den vorgesehenen Besuch im Tierpark Goldau mit Priska Steiner müssen wir mangels günstigen Terminen auf nächstes Jahr verschieben.
Das Jahresprogramm wird einstimmig gutgeheissen.
 
9. Ehrungen
Der Vorstand schlägt vor, a. Stadtrat Hans Christen für sein zuverlässiges Interesse an einer guten Entwicklung des OVZ die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen. Mit einer kritischen Distanz und freundlichem Interesse hat er die Entwicklung verfolgt und ist mit Rat und Tat besonders für die Ausarbeitung der neuen Leistungsvereinbarung beigestanden. Hans Christen, der leider nicht persönlich anwesend sein kann, wird mit grossem Applaus zum Ehrenmitglied ernannt und soll an einem nächsten Treffen im Turm 6 Flaschen Wein erhalten.
 
10. Beschlussfassung über Anträge
Es sind keine Anträge eingegangen.
 
 
11. Varia
Vizepräsident Dr. Hansueli Bussmann richtet seinen speziellen Dank an die Präsidentin Es lässt sich nur erahnen, wieviel Zeit, Energie und Elan sie für diese ehrenamtliche Tätigkeit einsetzt. Mit einem Blumenarrangement bedankt er sich im Namen des Vorstandes und auch des Vereins herzlich für ihren Einsatz und die Anwesenden danken ihr mit einem herzlichen Applaus.
 
Auch Peter Hofmann als Obmann des Vögeliclubs ergreift das Wort. Der Jahresbericht zeige auf, wie aktiv der Verein sich präsentiere und sein Dank gelte besonders der Präsidentin für ihren engagierten Einsatz dafür. Peter Hofmann weist seinerseits auf die gut geführte Homepage hin, die hoffentlich von vielen Anwesenden rege besucht werde. Er dankt auch dem Vögeliclub für sein Engagement für die Natur, besonders für die Spyren und hofft, dass in der Bevölkerung mehr Beachtung für die Arbeit des OVZ erreicht werden kann. Besonders hofft er auch, dass die Angebote im Jahresprogramm reges Interesse finden werden. Mit feinen Pralinen bedankt er sich seinerseits bei der Präsidentin.
 
Fritz Meier überbringt die Grüsse von der Nachbarschaft Vorstadt-Neustadt, zu deren Gebiet unser Hirschgehege gehört. Er könne die Tiere täglich beobachten und sich über die gute Pflege und Betreuung freuen.
Als Turmwart überbringt er auch die Grüsse des GAUR an die Mitbewohner im
obersten Stockwerk des Pulverturms. Der GAUR seinerseits freue sich sehr über diese gute Zusammenarbeit.
 
Die Präsidentin schliesst die Versammlung um 19.55 Uhr und lädt die Anwesenden zum Nachtessen ein.
 
 
6300 Zug, 28. Februar 2011 Die Aktuarin
 
Elisabeth Raschle