OVZ Generalversammlung vom 5. März 2009

 
Protokoll der 131. Generalversammlung vom 5. März 2009,
19.00 Uhr, im Restaurant Rütli, Zug
 
Während auf der Leinwand hinter dem Vorstandstisch das Tierpflegepersonal freundlich seine Arbeit verrichtet und seine stolzen Schützlinge sich in flotter Manier präsentieren, fotografiert von Marc Schilter, trudeln die Gäste, Mitglieder und Freunde zur Versammlung ein und die Präsidentin kann um 19.00 Uhr 36 Anwesende willkommen heissen. Namentlich begrüsst sie Dr. Peter Ulmann (Leiter Amt für Fische­rei und Jagd), unsere Tierärztin Dr. Isabelle Zulauf, Hünenberg, Stadt­archivar Dr. Christian Raschle, Dr. Hans Schmid von der Vogelwarte Sempach, Revisor Marcel Grepper und Erika und Hansruedi Gysi (Nachbarschaft Landsgemeindeplatz).
 
Auf der Liste der Entschuldigungen figurieren u.a. Stadtpräsident Müller sowie die Stadträte Bossard und Christen, alle wegen Stadtratsklausur, Tom Übelhart (Zuger Vogelschutz), der frisch gewählte Reichsschultheiss des GAUR Roger Marcolin, Peter Roos (Werkhofleiter),Thomas Homberger, Liegenschaften Stadt Zug, Urban Keiser Korporation Zug sowie die Mitglieder des Vereins: Kantonstierarzt Dr. Werner Limacher, Paul Moos, Peter Hofmann, Dr. Peter Ott, Elisabeth Buhofer, Ursula Stöckli und August Schönenberger.
 
Die Versammlung war zweimal im Zuger Amtsblatt publiziert. Das Inserat galt als Einladung an alle Mitglieder des Vereins.
 
Die Präsidentin verliest die Traktandenliste, die anschliessend stillschweigend gutgeheissen wird.
 
Traktanden:
1. Wahl der Stimmenzähler
2. Genehmigung des Protokolls der 130. GV
3. Abnahme des Jahresberichts der Präsidentin
4. Abnahme der Jahresrechnung 2008 und des Revisorenberichts
5. Wahlen
6. Jahresprogramm
7. Beschlussfassung über Anträge
8. Varia
 
1. Wahl der Stimmenzähler
Die Vorsitzende schlägt der Versammlung Ehrenpräsident Louis Wickart sowie Dr. Elmar Heim für dieses Amt vor, und die Anwesenden folgen ihrem Vorschlag einstimmig.
2. Genehmigung des Protokolls
Das Protokoll der 130. Versammlung konnte im Internet nachgelesen werden. Auf das Vorlesen wird verzichtet. Es wird ohne Änderung genehmigt und mit grossem Applaus verdankt.
 
3. Abnahme des Jahresberichts der Präsidentin
In ihrem Jahresbericht kann die Präsidentin auf ein gutes und eher ruhiges Jahr sowohl für die Volieren, das Hirschgehege, die Nistkastenkolonien und insbesondere die Spyrenkolonie hinweisen. Im Hirschgehege sind immerhin vier Hirschkälber geboren worden.
 
Unsere Volieren beherbergen ungefähr 150 Vögel in 54 Arten. Unser Balistarweibchen hat es sogar in die Lokalpresse geschafft. Es ist im Dezember 2008 Schweizermeister geworden.
 
Der Entwicklungsplan für die Volieren sieht in Zukunft eine ausgeprägtere Organisation in regionalen Lebensräumen vor, über die auf Tafeln informiert werden soll.
 
Die Mauerseglerkolonie im Pulverturm ist durch unsere Feldornithologin Heidi Imhof im April vorbereitet und während des Sommers kontrolliert worden. Nebst 70 geschlüpften eigenen Jungen konnte eine Reihe von Adoptivkindern der Vogelwarte Sempach abgenommen und unsern Adults untergelegt werden. Dank der Beringungsbewilligung durch den Schweiz. Beringungsvorstand konnten die Nestlinge durch die externe Expertin, Nathalie Zweifel, beringt werden. Diese Arbeit ist sehr behutsam auszuführen und darf nur durch ausgewiesene Fachleute erfolgen.
 
Der Kassier hat wieder drei Spyren-Kästen mit Fotokameras ausgerüstet und kann ausgewählte Aufnahmen Interessierten auf DVD anbieten.
 
Die vereinseigene Homepage wird weiter verbessert. Unser Mitglied Dr. Benedikt Steinle hat für unsern Auftritt die Verantwortung übernommen. Dafür sind wir ihm sehr dankbar. Die Internetadresse lautet: www.voliere-zug.ch.
 
Auch das Pflegeteam hat Verstärkung erhalten. Theo Iten ist neu dabei und zeichnet vor-allem für den Hirschgarten verantwortlich. Nicolai Becker, dipl. Tierpfleger, ersetzt die langjährige Aushilfe Lorena Treichler, die nach ihrer Matura einen Arbeitseinsatz in Thailand leistete. Nachdem auch Priska Ramer das Diplom als Tierpflegerin erreicht hat, haben wir nun drei dipl. Tierpfleger im Team, und Leo Speck hält als Obmann „den ganzen Laden“ zusammen.
 
Bei den Finanzen können wir weiterhin auf den grosszügigen Beitrag der Stadt Zug zählen. Immer wieder überrascht der Betrag, der in den Kässeli zusammenkommt. Dieses Jahr wiederum ca. Fr. 6'000.--.
 
Die Vorsitzende spricht auch das Nachwuchsproblem für die Vorstandsarbeit an. Über die Mithilfe von tatkräftigen Menschen mit Interesse an Vögeln würde sich der jetzige Vorstand daher sehr freuen.
 
Weiter wird im Jahresbericht erwähnt, dass Monika Duschletta auf die heutige Versammlung hin ihren Rücktritt aus dem Vorstand bekannt gegeben hat. Die Präsidentin würdigt sie als Idealfall einer Aktuarin und es falle dem Gremium schwer, sie in dieser Funktion gehen zu lassen. Als Geschenk überreicht ihr Annelies ein prächtiges vornehm eingerahmtes Schwarzweiss-Foto eines Mauerseglers (Foto: Marc Schilter. Das Foto war in der Zuger Kunstpause 2008 ausgestellt). Die Aktuarin bedankt sich überrascht und verlegen.
 
Mit herzlichem Dank an alle rundherum schliesst Prof. Dr. Häcki ihren Bericht und übergibt unserer Tierärztin Dr. Isabelle Zulauf das Wort. Diese gibt zum Schluss eine kleine Übersicht über ihre tierärztlichen Aufgaben, die während des Jahres in den Volieren anfallen.
 
Der volle Wortlaut des Präsidentenberichts liegt diesem Protokoll bei. Er wird einhellig und mit Akklamation genehmigt.
 
4. Abnahme der Jahresrechnung und des Revisorenberichts
Der Kassier orientiert kurz über die wichtigsten Buchhaltungsposten. Einem Aufwand von Fr. 134'128-- steht ein Ertrag von Fr. 135'247.-- gegenüber, was ein Plus von Fr. 1 115.--resultiert.
 
Der anwesende Revisor, Marcel Grepper, gibt bekannt, dass er zusammen mit Werner Limacher die Rechnung geprüft habe. Sie hätten dabei die Positionen stichweise kontrolliert und Bewertung und Darstellung als sehr gut befunden. Er beantragt Genehmigung der Rechnung.
 
Rechnung und Revisorenbericht werden sodann einstimmig gutgeheissen.
 
5. Wahlen
Ausser der Aktuarin stellen sich alle Vorstandsmitglieder für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung. Elmar Heim ruft die Anwesenden zur Abstimmung auf. Alle verbleibenden Vorstandsmitglieder werden alsdann in globo ehrenvoll wieder gewählt.
 
Als Ersatz für die Aktuarin wird OVZ-Mitglied Elisabeth Raschle vorgeschlagen und einstimmig und mit Applaus gewählt. Die Präsidentin gratuliert ihr herzlich zur Wahl. Die Gewählte ist aus verschiedenen Kontexten gut bekannt. Die Vorsitzende hofft, dass sie sich mit viel Einsatz für den OVZ begeistern kann, und dass ihr Engagement sich sowohl für die Volieren als auch für den Pulverturm und die Nistkastenkolonien lohnen werde.
 
Ebenfalls einstimmig erhalten die Revisoren, Werner Limacher und Marcel Grepper, das OK zum erfolgreichen Weiterprüfen der Rechnung.
 
Im Namen der Vereinsmitglieder richtet Elmar Heim den Dank an alle. Der Präsidentin gilt sein besonderer Dank für deren guten Jahresbericht, so verfasst, als hätte sie Medizin studiert.
 
6. Jahresprogramm
Das von der Präsidentin vorgeschlagene Jahresprogramm enthält:
An jedem Tag des Jahres sind die Volieren und das Hirschgehege und im Sommerhalbjahr auch die Nistkästen das Wichtigste im Programm
Samstag, 4. April: Feldornithologische Exkursion. nachmittags
Samstag, 9. Mai: Führung Volieren, 11 Uhr
Samstag, 1. August: Spryrenführung im Pulverturm
Samstag, 12. September: Flohmarkt unter der Linde auf dem Landsgemeindeplatz
Samstag, 26. September: Feldornithologische Exkursion
 
 
Die Ausschreibung mit Zeit- und Ortangaben erfolgt jeweils auf der Homepage
 
7. Beschlussfassung über Anträge
Es sind keine Anträge eingegangen und auch an der heutigen Versammlung werden keine gestellt.
 
8. Varia

  • Vizepräsident Hansueli Bussmann meldet sich zu Wort und betont, dass die Präsidentin mit ihrem Jahresbericht ihr Engagement für alles bewiesen habe. Er erwähnt speziell ihre fundierten ornithologischen Kenntnisse, ihren umsichtigen Umgang mit dem Personal und dem Vorstand. Er dankt ihr für die viele Zeit und die Arbeit für den Verein und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit. Seinen Dank unterstreicht er mit einem Blumengebinde und einem passenden Buch aus der Belletristik.

 

  • Das ehemalige Vorstandsmitglied, OVZ- und Vögelimitglied Josef Hotz dankt ebenfalls dem gesamten Vorstand und betont, dass er besondere Freude an der Feldornithologin Heidi Imhof bekunde.

 

  • Dr. Peter Ulmann dankt für die Einladung und zeigt sich tief beeindruckt, auch schätze er, dass kein Stumpenqualm die Versammlung verneble. Er schätzt die Kompetenz, dankt für die Arbeit und wünscht dem Verein Glück und Erfolg. Er macht seinerseits die Anwesenden auf den Tag der offenen Tür vom 3. Mai dieses Jahres bei der Brutanstalt in Walchwil aufmerksam.

 

  • Hansruedi Gysi ergreift ebenfalls das Wort und bemerkt, dass er in dreifacher Funktion hier sei: als OVZ-Mitglied, als Nachbar der Volieren und als Vertreter der Nachbarschaft Landsgemeindeplatz. Er überbringt die Grüsse der Nachbarschaft und wünscht gutes Gedeihen und ein gutes Jahr.

 

  • Dr. Hans Schmid von der Vogelwarte Sempach ist erstaunt, wie eine gute GV in ¾ Stunden durchgeführt werden kann. Er dankt allseits.

 

  • Louis Wickart erhebt sich und stellt fest, dass der Vorstand ein gutes Team und dessen Arbeit eine gefreute Sache sei. Es bestätige sich auch immer wieder, wie wichtig die Volieren als Oase in der Stadt Zug sind. Die Ehrung des Balistars zeige, dass gute Arbeit geleistet werde.

 
Sodann erkundigt er sich bei Dr. Peter Ulmann über das Projekt Schwäne im Ägerisee. Früher seien die Schwäne auch ein Ressort des OVZ gewesen. Ihn nimmt Wunder, warum die Zugersee Schwäne im Ägerisee nicht heimisch werden und unmittelbar nach der Aussetzung wieder nach Zug zurückkehren. Dr. Ulmann bestätigt, dass das Projekt nicht den erhofften Erfolg gebracht habe. Der Ägerisee weise wohl zu wenig Flachwasserzonen auf, sei wohl zu sauber und das Klima im Ägerital zu hart für diese Wasservögel. Es seien alle Möglichkeiten erprobt und ausgeschöpft worden, habe aber nicht funktioniert.
 

  • Dr. Franz Hotz fragt Dr. Ulmann an, ob es den Auerhahn im Kanton Zug noch gebe. Die Antwort lautet, dass letztes Jahr lediglich ein Hahn und zwei Hennen gesichtet wurden. Ihre Kerngebiete seien im Kanton Schwyz. Die Satellitenstadt Zug habe in der Vergangenheit zu massive Eingriffe zu Ungunsten dieser Tiere erfahren

 
Die Präsidentin bedankt sich nochmals bei allen, schliesst die Versammlung um 19.55 Uhr und lädt die Anwesenden zum Nachtessen ein.
 
Die Aktuarin
Monika Duschletta