Jahresbericht 2008 der Präsidentin (Entwurf)

 
von Annelies Häcki Buhofer, Präsidentin OVZ
 
Das Jahr 2008 war für die Volieren am Landsgemeindeplatz, für das Hirschgehege und für die Nistkastenkolonien, insbesondere die Spyrenkolonie am Pulverturm ein gutes, wenn auch hinsichtlich Kinderstuben eher ruhiges Jahr.
Im Hirschgehege sind jedoch 4 herzige Sika Hirschkälber geboren worden, die zunächst jeweils im Schutze das alpinen Hügels und seiner trockenen Höhlen im Versteckten gesäugt werden, bevor sie sich zur Freude des Publikums im grosszügigen Gehege bewegen.

Unsere Volieren beherbergen ungefähr 150 Vögel in 54 Arten: Von Eulen, über Eisvögel, Stelzvögel, Entenvögel, Hühnervögel, Limikolen, Nashornvögel, Tauben, Papageien und Sperlingsvögeln. Unser Entwicklungsplan für die Volieren sieht in Zukunft eine ausge-prägtere Organisation in regionalen Lebensräumen vor, über die auf Tafeln informiert werden soll. So ist beispielsweise eine Alpenvoliere vorgesehen.
Unser Balistarweibchen ist im Dezember 2008 Schweizermeister geworden - wozu wir dem Vogel selber und unserem PflegerInnenteam unter der Leitung von Walter Benz ganz herzlich gratuieren.

Unsere Mauerseglerkolonie im Pulverturm ist von Heidi Imhof, unserer Feldornithologin, Ende April für die eintreffenden Vögel vorbereitet worden. Sechs Kontrollen und eine Schlusskontrolle haben ergeben, dass 29 (von 33) Nestern bzw. Nistkästen besetzt waren, 83 Eier gelegt wurden, 13 Eier unbefruchtet waren oder verschwunden sind, 70 Junge geschlüpft sind, am 26. 6. eine Reihe von Adoptivkindern (aus den Nestern gefallene Junge, die bei der Vogelwarte Sempach abgegeben werden) erfolgreich unterlegt werden konnten, 45 Junge beringt werden konnten, davon drei adoptierte, und am 7. 8. wieder alle Nistkasten leer waren.

Der Schweizerische Beringungsvorstand hat unser Gesuch zur Beringung der Mauersegler im Pulverturm gutgeheissen. Wir haben damit von Bund und Kanton die Beringungsbewilligung für das Projekt im Pulverturm erhalten. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Freilebende Vögel sind gesetzlich geschützt. Für die Beringung braucht es deshalb eine Spezialbewilligung, die nur ausgewiesene Fachleute für ihre Forschungsprojekte erhalten. Am einfachsten lassen sich Nestlinge beringen. Hier ist aber grosse Behutsamkeit angebracht, weil das Brut- und Aufzuchtgeschäft durch die Beringung nicht beeeinträchtigt werden darf. Nathalie Zweifel ist unsere externe Expertin für die Beringungen.

Drei unserer Spyrennistkästen im Pulverturm waren zum wiederholten Mal mit Kameras ausgestattet, die Voyeurblicke in die Intimsphäre und die Kinderstube der Spyren erlauben. Auch in diesem Jahr konnten interessante Einsichten im wörtlichen und im übertragenen Sinne gewonnen werden. Hansruedi Duschletta, unser Kassier, ist auch unser Fachmann für Technik und Elektronik. Er hatte im Jahr 2008 mit zeitintensiven Folgen eines Stromausfalls zu kämpfen, der zu einem Totalverlust der Daten führte, der jedoch durch seine Spezialistenkenntnisse gemildert werden konnte.

Das 20 Jahr-Jubiläum des Zuger Vogelschutzes konnte am 17. Mai 2008 im Pulver-turm mit verschiedenen Stadt-Safari-Touren und einem tollen Fest mit der bekannten Band „Elite syncopators" und vielfältiger Verpflegung unter der Leitung des Präsidenten Thomas Übelhart mit der Unterstützung des OVZ organisiert werden. Dabei konnten viele interessierte Besucherinnen und Besuchern auch einige Kamera-Blicke in die Kinder-stuben unserer Spyrenkolonie im Pulverturm werfen und einiges Wissenswertes über die Mauersegler erfahren.

Unsere schöne erweiterte Homepage ist auf dem Weg der Fertigstellung.
Die Homepage soll einerseits die Vereinsmitglieder des OVZ mit Informationen zu den Vereinsaktivitäten, zu Ausflügen, zu news und events beliefern, anderseits einer breiteren Öffentlichkeit - Vogelfreunden, SchülerInnen und Lehrpersonen - Zugang zu den Vögeln in den Lebensräumen der Volieren bieten. Benedikt Steinle hat neu die Verantwortung übernommen.

Unser Team der Pflegerinnen und Pfleger hat Verstärkung erhalten:
Theo Iten hat sich bei den Hirschen gut eingearbeitet und viele wichtige und nützliche Renovationen im Hirschgehege übernommen. Nicht zuletzt haben Theo Iten und Leo Speck mit vereinten Kräften zum Andenken an die gefällten Tannen beim Hertistadion eine dieser Tannen in den Hirschgarten übernommen und zu einem Insektenhotel umgebaut.
(Vgl. Lit. Wolf Richard Günzel. Das Insektenhotel).
Lorena Treicher, die lange Jahre zuverlässig im Team der WochenendpflegerInnen gearbeitet hat, hat die Matur gemacht (wozu wir herzlich gratulieren) und verbringt das Winterhalbjahr in einem Arbeitseinsatz in Thailand.
Nicolai Becker - diplomierter Tierpfleger - hat einen Teil der Aushilfspflege übernommen.
Priska Steiner Ramer hat als zusätzliche Ausbildung das Diplom Tierpflegerin auch in diesem Jahr abgeschlossen (ebenfalls herzliche Gratulation).
Nico Bucher hat auch in diesem Jahr als umsichtige Aushilfe an Wochenenden gearbeitet: am Liebsten übernimmt er den Dienst an den Weihnachtstagen.
Wir haben ein motiviertes und qualifiziertes Team und pflegen die gute Zusammenarbeit und die Diskussion über Beobachtungen und Massnahmen zum Wohle unserer Vögel.
Leo Speck als Obmann der Gehege und Helfer bei allen Nistkastenplatzierungen und Nistkastensäuberungen hält "den ganzen Laden " als operativer Chef zusammen und ist immer zuverlässig zur Stelle, wenn er gebraucht wird.

In finanzieller Hinsicht stehen wir gut da. Wir verdanken dies dem sehr haushälteri-schen Umgang mit dem grosszügigen Beitrag der Stadt Zug sowie unseren Mitgliedern, Gönnern und Spendern und auch den Besucherinnen, die unsere Kässeli bei den Anlagen immer wieder füttern, sodass allein über die Anlagenkässeli Fr. 6 000.- zusammen-kommen. Hansruedi Duschletta trägt die Verantwortung für unsere Lohnbuchhaltung und unsere Finanzen mit absoluter Zuverlässigkeit.

Für die genaue Protokollierung der Vorstandssitzungen und Führung der Akten des Vereins ist seit 1992 Monika Duschletta aufs allerbeste besorgt.

Der Ehrenpräsident Louis Wickart und der Vizepräsident Hansueli Bussmann waren auch im Jahr 2008 für unsere soziale Vernetzung und Kontakte besorgt und waren wichtige Stützen unseres Flohmarktes, den wir auch in diesem Jahr unter der Linde vor der Papageienvoliere durchgeführt haben – mit einem rechten finanziellen Zustupf für die Vereinskasse. Mit Freude und Interesse haben wir auch im Jahr 2008 die Kontakte zu den Anwohnerschaften im Herzen von Zug und zum Grossen, Allmächtigen und Unüberwindlichen Rat gepflegt.

Ein grosser Teil der Vorstandsmitglieder würde sich gern und dürfte sich sehr verdient und mit grossem Dank entlasten lassen - wie andere Vereine auch haben wir aber ein "Nachwuchsproblem" - sowohl was die Mitglieder vorallem aber auch, was die Vorstandsarbeit betrifft. Über die Mithilfe von tatkräftigen Menschen mit einem Interesse an Vögeln und an den sozialen Kontakten eines Stadtzuger Vereins würde sich der jetzige Vorstand des Ornithologischen Vereins der Stadt Zug freuen.